Frei sei der Geist 
                  und ohne Zwang der Glaube

Die Literatur über Jesus ist uferlos. Google verzeichnet fast 24 Millionen Einträge, zu Arthur Drews immerhin noch fünftausend. Dessen kritische Abhandlung über die Ethik Jesu richtet sich an diejenigen, die an den Christus als das exemplarische Vorbild glauben, dem zu folgen seine Anhänger sittlicher und gottgefälliger machen und der in idealer Weise als maßgebender Mensch das schlechthin Gute vollendet vorgelebt haben soll.  Dabei werden in der Regel geflissentlich diejenigen Forderungen Jesu übergangen, die sich mit geltenden moralischen Grundsätzen schlechterdings nicht vereinbaren lassen, und welche hier Gegenstand der vorliegenden Untersuchung sind. Man beschränkt sich gemeinhin auf die sogenannten christlichen Tugenden wie die Nächsten- und Feindesliebe. Indessen finden sich diese wie alle anderen ethischen Werte des Neuen Testaments auch früher und außerhalb des Christentums. Buddha und Micius haben 500 Jahre vorher Feindesliebe und Weltentsagung gepredigt. Die meisten in der Bergpredigt zusammengefassten Grundsätze gehen zudem auf altjüdische Texte zurück.

Aus
Arthur Drews
Die Ethik Jesu
mit einer Eiführung von Eckhart Pilick
Verlag Peter Guhl
ISBN 3-930760-78-9