Magen und Meer


Das feuchte Element, das am dritten Schöpfungstage erschaffen, später dem lieben Gott zum Vertilgen des sündigen Menschengeschlechts (Mose 1,7) im allgemeinen und zur Vernichtung der Ägypter im besonderen (Mose 2,14) diente, gilt in der Bibel als der Beweis für die Allmacht des Schöpfers (vgl. Hiob 12,15 oder 36,27). Durch und am oder im Wasser geschahen mannigfaltige Wunder. Alles ist nach Thales daraus entstanden. Allenthalben wird damit gekocht oder getauft. Wenn es still ist, ist es tief; wenn es sich bläsert, regnet's bald. Und für den mit recht so verstorbenen Kaiser Wilhelm II. lag sogar Deutschlands Zukunft darauf, obwohl es bekanntlich keine Balken hat.
Die Furcht vor dem Meer, aus dem alles Leben einmal kam, sowie der irrationale Drang, seine verschlingende Macht durch Geschick und Mut zu bändigen, erscheinen als Sublimierung einer unbewußten Angst des Mannes vor dem Weiblichen schlechthin. Die Tendenz, wieder in ihm zu versinken, von Freud als Sehnsucht nach der Ruhe des Anorgani-


Aus
Dr. Dahms
Kotzfibel
Eine Handreichung für den Segler
Verlag Peter Guhl
ISBN 3-930760-22-3