Aus den bereits veröffentlichten Rezensionen zu Band I:


"Der Autor beschreibt mit geradezu 'reformatorischem' Eifer und benennt aus der (retrospektiven) Sicht der Kirchengeschichte Widersprüche und kardinale Fehler im christlichen Glauben seit Beginn unserer Zeitrechnung. Gestützt auf die Forderung, die dargestellte Kirchengeschichte endlich aufzuarbeiten, fordert er nichts weniger denn eine radikale Kirchenreform."
Aus: "Mitteilungen der Humanistischen Union - Zeitschrift für Aufklärung und Bürgerrechte", Nr. 166 (6/1999).

"Wir haben in diesem Werk ein echtes Kompendium der Problematik des traditionellen Christentums und der Kirche vor uns, das sich auch als schnell informierendes Nachschlagewerk eignet." 
Professor Dr. theol. Hubertus Mynarek in: "Freie Religion", Nr. 3, 1999.

"Das Buch ist ... eine Fundgrube für Wahrheitssucher und gibt klare Antworten auf viele Fragen, welche die heutigen Kirchen nur ungenügend oder gar nicht beantworten können."
Hans Lustenberger in: "Verbandsblatt des Schweizerischen Landesverbandes freier christlicher Wissenschaftler", Nr. 1 (6/1999).

"Im weiteren prangert Kehl das Christentum an, große Verantwortung und Schuld an der heute unübersehbaren Umweltzerstörung und Tiermißhandlung zu haben ('keine andere der großen Religionen hat die Natur so verketzert wie gerade die christliche ...')."
Esther Zingrich in: "Medizin Zeitung. Schweizer Fachzeitung für das Gesundheitswesen", Nr. 4 (4/1999).

"Kehl schildert in einem Kapitel dann sehr eindrucksvoll, wie nach der konstantinischen Wende die 'armen unterdrückten christlichen Schafe' in immer sich steigerndem Maße zu Verfolgern des Heidentums wurden, bis sie die absolute Herrschaft erreicht hatten und keine abweichende Meinung mehr geduldet wurde. Jeder moderne Totalitarismus war dagegen ein Kinderspiel. Das unterstreicht der Verfasser durch viele Zitate wahrheitsliebender Historiker, die sich von der christlichen legendären 'Geschichtsschreibung' befreit und auf die tatsächlichen Quellen zurückgegriffen haben. Ein eindrucksvoller geschichtsrevisionistischer Abriß."
Georg Schrader in: "Unitarische Blätter für ganzheitliche Religion und Kultur", Nr. 3 (5/6 1999).

"Das außerordentlich informative und lehrreiche Buch des universal gebildeten Züricher Juristen, Religionsphilosophen und Ethikers bietet weit mehr, als sein Titel vermuten läßt. Der Wandel im religiösen Denken ist nämlich nur Anlaß und Ausgangspunkt seiner ebenso scharfsinnigen wie kenntnisreichen Analyse des Christentums und seiner Problematik von der Gründung durch Paulus bis in die Gegenwart. In voller Übereinstimmung mit allen wissenschaftlich ernstzunehmenden Vertretern der kritisch-historischen Jesusforschung weist Kehl in einer ebenso eindrucksvollen wie allgemeinverständlichen Beweisführung die schon bald nach Jesu Tod einsetzenden Verfälschungen seiner originären Botschaft und insbesondere die katastrophale Umpolung der historischen Wirklichkeit durch den hellenistisch gebildeten Pharisäer aus Tarsus nach, dem der bekannte englische Historiker Grant einen 'glänzenden, aber wirren Verstand' bescheinigt und in dem der Philosoph Brock 'das klassische Urbild des Priesters' erkennt."
Prof. Dr. Dr. Udo Köhler in: "Wissenschaftlicher Literaturanzeiger", Gießen 1999. 

Ein ganz erstaunliches, ungemein interessantes, tiefschürfendes Buch. Das Erstaunlichste: Da schreibt ein Mann ein theologisch nach allen Seiten sorgfältig abgesichertes Buch - ohne Theologie studiert zu haben - einzig aus brennendem Interesse "an der Sache". Wo man in diesen 390 Seiten zu lesen beginnt: Es ist alleweil fesselnd und - überzeugend. So die acht Seiten über das Thema: "Der Text der Bibel". Nach seiner Lektüre werden Sie nie mehr ohne Widerspruch hören wollen, der Bibeltext sei eindeutig und widerspruchslos (wo doch namhafte Wissenschaftler von mehr als 50000 bis 100000 Varianten und unzähligen ganz bewußten "Angleichungen" = Fälschungen reden). Wie es zur Bibel kam?
Sicher nicht durch göttliches Diktat; dazu sind der Widersprüche zu viele. (Ein Beispiel: Im Neuen Testament werden mehr als zehn Bücher/Schriften des Alten Testamentes zitiert, die es gar nicht gibt; auch Matthäus 27,9 nennt eine Stelle aus Jeremia, die man vergeblich sucht.)
Nun ist derlei dem studierten Theologen längst bekannt. Da setzt Kehl ein: Warum hat man das Kirchenvolk mit dieser Erkenntnis nicht vertraut gemacht?
Das muß "nachgeholt" werden. Die Zeit dafür ist reif. Denn Kehl - und das freute mich bei der Lektüre besonders - ist überzeugt, daß die Kirchenflucht des heutigen Menschen nicht damit zu erklären ist, der moderne Mensch sei religiös nicht mehr interessiert. Das religiöse Denken des modernen Menschen hat sich nur wesentlich verändert. Was dringend not tut, ist eine radikale Kirchenreform, und damit greift Kehl auf ein Buch von Martin Koestler zurück mit dem Titel "Stirbt Jesus am Christentum?" Wie Koestler will auch Kehl den recht menschlichen historischen Jesus an die erste Stelle setzen - wobei er auch einen revolutionären Gottesbegriff vertritt.
Bewunderswert, wie dieses erste Buch die nötigen Materialien bereitstellt, um die Arbeit am Umbau an die Hand nehmen zu können.
Wem die Zukunft des Christentums nicht gleichgültig ist und wer es sich zutraut, eine leichtverständliche Schilderung der wichtigsten Grundlagen in Form dieses Buches zu erarbeiten, dem sei dieses Werk warm empfohlen.
PS: Sehr gefreut hätte sich mein Freund Hermann Heer über die Seiten 80 ff. des Buches, wo der ihm nahestehende Universitätsprofessor Erich Brock ausführlich über das Thema zu Worte kommt: "Der Charakter des Apostels Paulus" - eine ganz ausgezeichnete Studie über das Wesen dieses Mannes. 
Dr. phil. Rolf Sigg in: "CFF" (Von des Christen Freude und Freiheit), April 2000, 57. Jg., Nr. 678.

Die Kirchen leeren sich - warum spricht das überlieferte Christentum immer weniger Menschen an? Der Autor geht dieser Frage mit juristischer Gründlichkeit nach. Er zeigt auf, wo dieses Christentum nicht mehr dem heutigen Empfinden und Denken entspricht. (...)
Ich war richtig schockiert zu lesen, daß die Christen, solange sie in der Minderheit waren, Toleranz und Religionsfreiheit verlangten - kaum waren sie aber an der Macht, die toleranten Heiden (und "Ketzer", andere nicht ganz gleich gläubige Christen) mit brutalster, unchristlichster Härte verfolgten, sie grausam umbrachten, vergewaltigten, folterten, sie ausplünderten, sie verbannten und deportierten, wenn sie sie nicht "nur" einfach ganz aus der Gesellschaft ausschlossen, den "Rechtgläubigen" jeden Umgang mit ihnen verboten. 
Ich fühle Scham, Christ zu sein.
Dr. Kehl findet, daß die Kirche auch dieses trübste Kapitel ihrer Geschichte (zusammen mit der Inquisition usw.) aufarbeiten sollte, damit sie wieder glaubwürdig werden kann. 
Chefredakteur Jacques Greutert in: "Regeneration. Lebensreform", Zürich, Dez. 1999.


Zu
Robert Kehl
Der Wandel im religiösen Denken
Band 1: Kirchenreform und Vergangenheitsbewältigung
Herausgeber: Dr. Eckhart Pilick
ISBN 3-00-002393-3